So, die Erkenntnis lässt sich einfach nicht mehr weg ignorieren: Wenn ich mich nicht mal endlich hinsetze und was schreibe, dann kommt einfach kein neuer Blogeintrag. Warten hilft nicht. Im Gegenteil, mit immer mehr Erlebnissen wird es auch immer mehr zu schreiben.
Also auf, mal wieder was zu Papier bringen!

Am Elea Beach standen wir so einige Tage und ließen es uns gut gehen. Unsere Bekanntschaften von der Fähre zogen nach ein paar Tagen weiter und auch wir wollten uns dann irgendwann mal wieder auf den Weg machen, Wasser und Lebensmittel mussten neu gebunkert werden, also los! Zusammen mit Denis und Sarah brachen wir auf, zuerst ins nächste Dorf, da sprudelte eine Quelle und wir durften das erste Mal unser Equipment zum Wassertanken austesten. Mit einer eigenen tragbaren 230V Druckpumpe füllten wir unsere 315 Liter Frischwassertanks wieder auf. Von da noch schnell zum Lidl, damit auch der Kühlschrank wieder voll ist.

Nächstes Ziel war die Ochsenbauchbucht, eine flache, pilzförmige und wunderschöne Bucht. Leider konnten wir da nur am Ende einer Straße stehen und wir waren zwar alle von der Bucht, aber dafür so gar nicht von unserem Standplatz begeistert. Also sind wir am gleichen Tag noch eben einmal um die Bucht rum auf die andere Seite zu einem schöneren Stellplatz am Strand gefahren. Auch hier standen wir dann mit den beiden Fahrzeugen für einige Tage, lernten hier noch ein paar andere nette Reisende kennen, machten das ein oder andere Feuer am Strand und konnten einmal sogar mehrere Delfine beobachten, die wohl mit einem Schiff in die Bucht kamen und eine Weile durch die Bucht sprangen. Schade, dass ich das nicht auf einem Foto festhalten konnte.

Als wir uns von da weiter auf den Weg machten, gab es erstmal noch einen kleinen Stadtbummel durch Pylos und danach ging es weiter zu einer Bucht, die auch wieder Denis uns empfahl.

Angeblich relativ einsam, bedingt durch eine eher schwierige Zufahrt. Also dann, wollen wir doch mal sehen, was der gute Gustav so kann. Ohne Allrad und Untersetzung und mit relativ geringer Bodenfreiheit ist er ja nun nicht unbedingt das optimale Geländefahrzeug, aber meist geht ja doch einiges, wenn man es sich nur zu fahren traut.
Zuerst aber noch eine Weile Asphaltstraße durch die Berge, immer wieder mit Blick aufs weite Meer. Bildschön!

Die Piste zur Bucht fing relativ harmlos an, wurde dann aber doch immer steiniger und mit teilweise ziemlich stark ausgewaschenen Rinnen und vor allen Dingen: steil! Am letzten und gefühlt auch mit steilsten Ende der Piste habe ich die nächsten Tage mal nachgemessen und kam auf ein Gefälle von etwa 25%, was einem schon recht massiv steil vorkommt! Aber egal, runter geht immer und der Gustav hat sich da schon recht gut geschlagen. Über den Rückweg kann man sich ja dann später Gedanken machen. Zuerst mussten aber noch die letzten Meter zur Bucht ebenerdig zurückgelegt werden. Dabei war aber noch ein recht tiefes Schlammloch im Weg, was wir einfach zwischen ein paar Olivenbäumen hindurch umfahren wollten. Leider war auch die Strecke relativ matschig, so dass Gustav erstmal ganz gut versunken ist und eine ganze Weile von uns wieder ausgegraben werden musste. Am Ende hat uns tatsächlich der leichte Bremer von Denis rausziehen müssen. Während der Abfahrt hat es natürlich den Inhalt des Koffers ziemlich durcheinander geschmissen und es hat sich einiges über den Fußboden verteilt. Nur Erna, unsere Zimmerpflanze, ist die ganze Abfahrt einfach stehengeblieben und erst auf den letzten Metern während der Schlammbergung einmal umgefallen.

Egal, wir sind rausgekommen und hatten mal wieder einen sehr schönen Stellplatz am Strand einer kleinen Bucht. Nebenan gab es noch eine zweite kleine Bucht, die nur über einen kleinen Weg durch die Felsen zu erreichen ist. Absolut idyllisch! Komplett alleine waren wir dann aber doch nicht, es kamen über die Tage noch ein paar andere Fahrzeuge da runter, allerdings bis auf unsere beiden waren es wohl alles Allradfahrzeuge. Hier standen wir dann wieder bis uns die Lebensmittel langsam knapp wurden.

Der Rückweg ging auch verhältnismäßig leicht. Die fiese Schlammpassage war einigermaßen gut abgetrocknet und die Steigung hat Gustav im ersten Gang souverän gemeistert.

Als nächstes wollten wir ein paar Tage in der Stadt Kalamata verbringen. Kalamata ist eine Hafenstadt mit etwa 60.000 Einwohnern, wo wir mit unseren Fahrzeugen einen schönen Stellplatz direkt am Strand in der Stadt finden. Optimal! Sowas wäre bei uns auch nicht denkbar.

Ein Grund für den Aufenthalt hier ist, dass wir gesehen haben, dass es in Kalamata eine Paragliding Schule gibt und Lena und ich haben uns vorgenommen, das einmal auszuprobieren und jeweils einen Tandemsprung zu machen. Nach dem Wochenende mit eher durchwachsenem Wetter sind am Montag die Bedingungen ideal. Strahlender Sonnenschein, wenig Wind und angenehme Temperaturen. Sarah schließt sich uns an und Denis kommt mit, um Fotos und Videos zu machen. Wir treffen die beiden Piloten auf einem strandnahen Parkplatz und fahren mit ihnen auf den Berg neben der Stadt, wo auf 940m der Absprungplatz liegt.
Eine beeindruckende Höhe mit fantastischer Aussicht. Hier soll es nun also gleich runter gehen. Hoffentlich wissen die Piloten, was sie hier tun! Aber sie machen schon den Eindruck …

Ich bin tatsächlich relativ gelassen, freue mich einfach auf das, was gleich kommt. Lena hat mit ihrer Höhenangst da sicherlich etwas mehr zu tun, aber auch sie ist erstaunlich gefasst und sicher, dass sie das mit mir zusammen machen will.
Ich will als erster los, Lena dann mit dem zweiten Piloten hinterher. Wenn wir unten sind, fahren die Piloten wieder hoch und einer springt nochmal mit Sarah. So der Plan. Nachdem Helm und Handschuhe angelegt sind und ich im Geschirr verschnürt bin, gibt es eine kurze Einweisung, wie ich mich beim Start zu verhalten habe, dann geht es auch schon los. Ich kriege mit, dass Lena auch schon bei ihrer Einweisung ist, als mein Pilot den Schirm hochzieht und mir das Startsignal gibt. Ein paar wenige Schritte, schon hängen wir in der Luft und der Boden verschwindet immer weiter.
Was ein Erlebnis! Man hängt bequem im Sessel und hat eine absolut fantastische Aussicht auf die Berge, über die Stadt und das Meer! Auch Lena sehe ich bald am Himmel und ab und an kommen wir uns dicht genug, dass wir uns zuwinken können und ich erkenne, dass auch sie Spaß hat.
Kurz bevor wir (viel zu früh für meinen Geschmack) den Strand erreichen, gibt es noch kurz eine Landungseinweisung und dann stehen wir auch schon im Sand. Und sobald ich aus dem Geschirr abgeschnallt bin, setzt auch Lena zur Landung an. Was ein beeindruckendes Abenteuer! Wir sind uns beide sicher, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein soll!

Mit bestem Dank an Denis und Sarah für das Video! http://deniswald.com

Heute ist Dienstag und das Wetter lässt eher zu wünschen übrig, es ist zwar warm, aber bewölkt mit teilweise massiven Sturmböen und Regen. Perfektes Wetter um mich endlich mal wieder dem Blog zu widmen, während ich durchs Fenster auf die Wellen gucke. Nachher noch schnell unsere Wäsche aus der Wäscherei abholen und noch etwas einkaufen. Ich habe gesehen, dass es in Kalamata einen rein veganen Laden gibt, da können wir nochmal ein paar Leckereien aufstocken. Und morgen soll es dann endlich mal wieder weiter gehen. Der Aufenthalt hier war deutlich länger als eigentlich angedacht, aber durch den schönen Parkplatz am Strand war es gar nicht so schlimm, so lange Zeit in der Stadt zu sein. Trotzdem freuen wir uns, jetzt langsam mal wieder in die Pampa zu fahren!

Eigentlich wollte ich ja gerne, wie auf der letzten Reise auch, wieder eine Karte erstellen und unsere gefahrene Strecke da anzeigen. Leider hab ich aber technische Probleme mit dem Tablet. Es loggt zwar die Strecken mit, ich komme allerdings nicht an die Daten ran. Daher gibt es zumindest vorerst keine Karte mit der genauen Strecke. Mit viel Glück kriegt irgendein Experte die Daten doch noch aus dem Tablet raus, wenn ich denn einem über den Weg laufe. Dann klappt das vielleicht doch noch im Nachhinein. Nur wohl leider nicht während der Tour.

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1 Kommentar

  1. Hallo Ihr Lieben,
    Schon bedenklich, wie selten ich dazu komme mir die Zeit zu nehmen, Eure Berichte in Ruhe zu lesen und zu schauen aber ich bemühe mich,
    Das sind ja erstaunliche Entwicklungen: Der Herr schneidet Filme, gleitet durch die Lüfte…was kommt als nächste?
    Ich bin ganz gespannt und hoffe, dass Euch die Spritpreise nicht zu sehr zu schaffen machen.
    Wenn einer eine Reise tut…wo kommt das gleich her?
    Für Euch bräuchte man wirklich die „Karte des Rumtreibers“ aus den Harry Potter Büchern, denn „google“ einfach die Dokumentation überlassen ist vermutlich keine Option, schon aus Prinzip nicht.
    Ganz lieben Dank, dass Ihr auf diesem Wege von Euch hören lasst!
    Ich denke an Euch.

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